Tirggel

Tirggel ist ein Schweizer Gebäck aus Zürich und wird besonders zu Weihnachten und zum Sechseläuten (ein traditionelles Zürcher Frühlingsfest) gegessen. Tirggel enthält viel Honig und sind besonders hart im Vergleich mit anderem Gebäck. Das Besondere an Tirggel sind die reliefartigen Darstellungen auf dem Gebäck.
Tirggel
Tirggel mit Weihnachtsmotiv: Stall in Bethlehem

Tirggel bestehen aus Honig, Mehl, Zucker, Wasser, Pflanzenfett, etwas Salz und speziellen Gewürzen. Diese dürfen nicht in zu starkem Maß enthalten sein, sonst überdecken sie den Geschmack des Honigs. Tirggel enthält manchmal bis zu 30 % Honig. Bei der maschinellen Herstellung wird der Honiganteil jedoch verringert, damit die Maschinen nicht verkleben.

Der Teig der Tirggel wird auf ca. 2,5 cm ausgerollt und in gefettete Holzformen gedrückt, um die Motive einzuarbeiten. Danach werden die Tirggel bei ungefähr 350 °C reiner Oberhitze für ca. 90 Sekunden gebacken. Durch die hohe Temperatur reicht eine kurze Backzeit für den dünnen Teig aus. Danach sind die Tirggel auf der Unterseite hell und auf der Oberseite dunkel, sodass die Muster gut erkennbar sind.

Tirggel
Tirggel mit Zürcher Motiv

Die Motive auf den Tirggeln stellen traditionell oft Zunftberufe, Familienwappen, Motive aus der Bibel oder gar Liebeserklärungen dar. Heute werden oft Zürcher Sehenswürdigkeiten eingeprägt.

Die Tirggel sind sehr hart und lange haltbar. Traditionell hergestellte Tirggel werden oft gar nicht gegessen, sondern wochen- oder jahrelang als Dekoration verwendet. Beim Essen sollte man sie langsam genießen, kleine Stückchen abbrechen und diese ganz langsam im Mund zergehen lassen, das bringt den Honiggeschmack zur Geltung.