Weinbrand

Weinbrand ist ein hochprozentiges alkoholisches Getränk, dass aus gebranntem Wein besteht. Der Name ist EU-rechtlich definiert und Weinbrand unterliegt gewissen Auflagen. Der richtige Weinbrand ist ein besonderer Genuss für Liebhaber und auch in Pralinen wird er gerne verwendet.
Weinbrand Brandy Cognac
Weinbrand wird im Schwenkglas serviert

Der Begriff Weinbrand ist EU-rechtlich definiert und unterliegt einigen Auflagen. Weinbrand ist nicht gleichzusetzen mit dem Begriff Branntwein, der auch Destillate aus anderen Ausgangsprodukten als Wein einschließt. Laut EU-Definitionen darf der Alkoholinhalt des Weinbrands ausschließlich aus Wein entstammen. Der Alkoholgehalt muss bei Weinbrand bei mindestens 36% Vol. liegen, bei Produkten mit der Bezeichnung „Deutscher Weinbrand“ sogar bei 38% Vol.

Bevor er verkauft werden darf, muss der Weinbrand mindestens sechs Monate lang in Eichenholzfässern gelagert werden. Sind die Fässer größer als 1000 Liter, sind des sogar mindestens 12 Monate. Die Bezeichnung „Alter Weinbrand“ ist eine Garantie für mindestens 12 Monate Holzfasslagerung. Die Bezeichnung V.S.O.P. (Very Superior Old Pale) wird verwendet, wenn der Weinbrand mindestens vier Jahre Lagerzeit in Holzfässern erlebt hat.

Es gibt auch besonders edle Weinbrände, die eine Lagerzeit von mehreren Jahrzehnten erlebt haben. Aromazusätze, zum Beispiel Vanillemark, sind verboten, sofern diese nicht nach traditionellen Verfahren in den jeweiligen Herstellungsländern erlaubt sind.

Die Herstellung

Destillerie Whisky Whiskey Brandy Weinbrand
Destillationsblasen

Die Grundlage für die Herstellung von Weinbrand bildet ein Wein mit einem Alkoholgehalt von 8 bis 12% Vol. und einem hohen Säuregehalt. Der Brennvorgang findet in einer Brennblase statt. Bei einer Erhitzung entweichen dem Wein Dämpfe von Wasser, Alkohol und verschiedenen Aromen. Diese Stoffe werden über einen Kondensatorring aufgefangen, wo sie wieder eine flüssige Konsistenz annehmen. Da Alkohol und die aromatischen Komponenten bei einer niedrigeren Temperatur als Wasser verdampfen, kommt es zu einer Konzentration dieser Inhaltsstoffe. Abgesehen davon findet bei der Destillation chemische Reaktionen durch die Hitze und das Material der Brennblase statt. Dadurch entstehen neue flüchtige Aromen, die den Geschmack Brandweins ausmachen.

Weinbrand
Nach dem Brennen wird Weinbrand in Holzfässern gelagert

Es finden immer zwei Brände statt. Bei dem ersten Raubrand wird der Wein langsam erhitzt, um die Inhaltstoffe schonend zu behandeln. Bei dem darauf folgenden Feinbrand wird der so genannte Mittellauf, das Herz, vom Vor- und Nachlauf getrennt. Dieser Teil des Feinbrands besteht aus einer klaren, wasserhellen Flüssigkeit mit einem Alkoholanteil von 70 % Vol. Er wird in Steineichen-Holzfässern gelagert, wodurch er mit der Zeit Bukett- und Aromastoffe entwickelt und seine bernsteingelbe bis topasbraune Färbung erhält. Durch die Lagerzeit verdunstet auch der Alkohol stärker als Wasser, dadurch verringert sich der Alkoholgehalt des Getränks.

Der Genuss

Pralinen Schokolade Geschenk
Beliebte Füllung von Pralinen: Weinbrand

Das Trinken von Weinbrand erfolgt typischerweise auf Eis im Anschluss an eine Mahlzeit. Sein erstes Bukett verfliegt sehr schnell, daher sollte er direkt vor dem Trinken eingeschenkt werden. Ein zweites Bukett entfaltet sich sehr langsam und ist auch nicht so schnell flüchtig. Deshalb servieren Liebhaber Weinbrand in Schwenkgläsern, die sie immer wieder unter der Nase kreisen lassen. Dabei sollte man versuchen, das Glas nicht zu stark mit der Handfläche anzuwärmen, da die flüchtigen Aromen zu schnell verfliegen. Die optimale Trinktemperatur für Weinbrand empfiehlt sich für 16 – 18 °C.

Weiterhin bestehen Verwendungsmöglichkeiten für Weinbrand als Bestandteil von Cocktails oder Longdrinks. Er dient als möglicher Bestandteil von Sangría.

Weiterhin eignet sich Weinbrand zum Einlegen von Früchten oder als Füllung von Pralinen.

Cognac ist ein französischer Weinbrand mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Lesen Sie hier mehr über die Besonderheiten von Cognac.