Willkommen in Dufftown

Ein Auftakt nach Maß: Gäste der Glenfiddich Destillerie in Dufftown werden von einem Whiskyfass begrüßt. Besucher sind ausdrücklich erwünscht: Die einstündige "Classic Tour" inklusive Verkostung ist gratis und muss nicht gebucht werden. Längere Führungen mit ausgiebigeren Verkostungen kosten zwischen 10 und 75 Pfund.

Der Gründer: William Grant

Im Jahr 1886 begann William Grant, mit Hilfe seiner ganzen Familie die Glenfiddich Destillerie zu erbauen. An Weihnachten 1887 floss der erste Whisky aus den Brennanlagen. Heute ist Glenfiddich zum weltweit operierenden Unternehmen angewachsen, wird jedoch immernoch von der Familie Grant betrieben.

Das Destilleriegelände

Auch wenn sich seit dem 19. Jahrhundert viel auf dem Gelände der Glenfiddich Destillerie getan hat, sind viele der alten Gebäude auch heute noch in Benutzung und verleihen dem Fabrikgelände eine charmante Patina.

Vom Wasser zum Whisky

Der Hauptbestandteil von Whisky ist auch bei den besten ihrer Art immer noch das Wasser. Das Wasser für Glenfiddich stammt aus der "Robbie Dhu"-Quelle, die noch in Sichtweite der Destillerie entspringt. Damit das auch so bleibt, hat die Familie Grant vorgesorgt: Ein weitläufiges Areal rund um die Quelle befindet sich in Familienbesitz.

Das Sudhaus

Im Sudhaus wird die Gerste eingemaischt. Die Gerste wird gemälzt angeliefert, geschrotet und unter Hitze mit dem Wasser vermischt, sodass sich die Stärke löst und in Zucker aufgespalten wird. Dieser Vorgang dauert etwa 4 Stunden. Die beiden Sudkessel von Glenfiddich fassen je 9,5 Tonnen Gerste. Gemaischt wird neun Mal täglich.

Die Washbacks

In den Washback-Tanks entfaltet die Hefe ihre Magie: Je 40.000 Liter Maische werden werden über eine Dauer von 66 Stunden vergoren. Bis zu diesem Punkt ähnelt der Herstellungsprozess des Whiskys der Bier-Herstellung. Aus einem Washback Tank werden am Ende etwa 4.000 Liter Whisky gewonnen.

Die Sudkontrolle

Zwischen den Washback-Tanks finden sich große Kreidetafeln, auf denen Daten zum Maische- und Gärverlauf dokumentiert werden. Auch die Glenfiddich-Destillerie kommt zwar nicht ohne moderne Technik aus, an einigen Stellen wird dennoch auf das "Händchen" der Angestellten gesetzt.

Die Brennanlagen

Firmengründer William Grant startete die Glennfiddich Destillerie 1887 mit drei Brennanlagen - heute sind es insgesamt 23. Hier wird die gegorene Maische destilliert. Da die Brennanlagen noch heute direkt über Feuer betrieben werden, herrscht in der Halle große Hitze.

Traditionelles Handwerk

Für eine Operation der Größe von Glenfiddich sind die Brennanlagen ungewöhnlich klein. Seit jeher werden die Anlagen von lokalen Kupferschmieden hergestellt und gewartet.

Überall Fässer

Neben den Rohstoffen und der Verarbeitung ist es in erster Linie die jahrelange Fassreifung, die dem Whisky seinen unverwechselbaren, ausbalancierten Geschmack verleiht. Dies ist auf dem Gelände nicht zu übersehen: Wohin man auch blickt, türmen sich die Fässer.

Die Küferei

Die Fässer, in denen der Whisky reift, müssen über Jahre und Jahrzehnte dicht halten. Dies wird in der hauseigenen Küferei sichergestellt: Hier werden in Handarbeit kleinste Unebenheiten und Beschädigungen im Holz ausgebessert.

Der Einfluss der Eiche

Für Glenfiddich werden Fässer aus amerikanischer und europäischer Eiche verwendet, was meist gleichbedeutend ist mit alten Bourbon-Fässern aus Kentucky und alten Sherry-Fässern aus Spanien und Portugal. Während die amerikanische Eiche feine Vanille-Noten abgibt, ist die europäische Eiche für vollmundige Aromen von Trockenfrüchten verantwortlich.

Das Vermählen der Whiskys

Eine besondere Technik von Glenfiddich: In diesen übergroßen Fässern werden die Whiskys aus verschiedenen kleinen Fässern "vermählt". Dies bedeutet, dass die Whiskys gegen Ende der Reifezeit noch für einige Monate gemeinsam harmonisieren, bevor sie endgültig abgefüllt werden.

The Angels Share

In den Lagerhallen riecht es nach Trockenfrüchten, Gewürzen, Karamell. Über die Jahre diffundieren flüchtige Stoffe durch das Holz der Fässer, sodass sich die Menge im Fass reduziert. Diese verlorene Menge wird liebevoll "The Angels Share" genannt - der Anteil der Engel. Und er duftet überwältigend.

Richtiges Verkosten

Um die Unterschiede der verschiedenen Altersstufen eines Whiskys am besten zu erschmecken, gibt es einfache Regeln: Ein eher bauchiges Glasist empfehlenswert, damit sich die Aromen gut entfalten können. Der Whisky darf nicht zu kühl sein, er sollte eher ein wenig Wärme von der Hand erhalten. Bei starken Whiskys nehmen einige Tropfen (!) Wasser die Schärfe und machen den Geschmack weicher.