Mocktails


Die Zeiten, in denen alkoholfreie Cocktails eine langweilige Randerscheinung in den Angebotspaletten der Bars waren, sind endgültig vorbei. Drinks ohne Hochprozentiges heißen mittlerweile „Mocktails“ und sind alles andere als freudlose Getränke.

Cocktails für jede Gelegenheit

Mocktail
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Der Begriff ist eine Mischung aus dem herkömmlichen „Cocktail“ und dem englischen Wort „mock“, was so viel heißt wie Attrappe, Fälschung, Nachahmung. Ziel der Barkeeper in Sachen alkoholfrei war es nämlich zunächst, die klassischen alkoholhaltigen Drinks eben ohne „Sprit“ herzustellen und den Geschmack möglichst nahe am Original zu belassen.

Inzwischen haben sich „Mocktails“ weiterentwickelt. Längst sind sie keine Kopien mehr, sondern vielmehr kulinarische Überraschungen, die der Kreativität der Barmixer viel Spielraum lassen.

Neue Geschmackserlebnisse

Limetten
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"Mit alkoholfreien Drinks sind völlig neue Geschmackserlebnisse möglich“, sagt Zlatko Covic, Bartender in der Hamburger „Perez Bar“. Zum Beweis serviert er eine auf Eis geshakete Kreation aus Cranberry-Saft, Limetten-Sirup und dezenter Maracuja-Note – sieht toll aus, schmeckt erfrischend säuerlich und steht einem alkoholischen Mixgetränk in nichts nach.

Aus handwerklicher Sicht, erklärt der gelernte Barmeister, gebe es zwischen alkoholhaltigen und -freien Drinks auch nur wenige Unterschiede. Normalerweise besteht ein Cocktail aus vier Teilen: Der Basis (Alkohol), der Verlängerung (Saft oder Soda) und den Komponenten Säure und Süße. Ein Mocktail funktioniert im Prinzip genauso – „man macht nur aus dem Viereck ein Dreieck“, sagt Zlatko Covic.

Gemüse und Gewürze im Glas

Diese alkoholfreien Variationen bieten jede Menge Freiraum für experimentierfreudige Genießer. Außer verschiedenen Säften und Sirupen (auch hier gibt es viel Neues – zum Beispiel „Havanna-Sirup“, der dem berühmten Rum geschmacklich schon recht nahe kommt) finden auch mal Gemüse und Gewürze den Weg ins Glas. Barmeister Covic ist sich sicher: „Der Cuisine-Style ist im Kommen!“ Er selbst verwendet gerne Basilikum und Ingwer für seine flüssigen Kreationen.

Gesunde Vitamine inklusive

Mocktail mit Kiwi
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Mocktails sind allerdings nicht nur geschmacklich eine überzeugende Alternative zu Hochprozentigem. Sie können weitaus mehr: Säfte, Obst und Gemüse liefern natürlich auch in flüssiger Form viele Vitamine und Mineralstoffe. So sind am Tag danach keine Augenringe und ein schwerer Kopf angesagt, sondern Energie und ein strahlender Teint.

Wem die Auswahl an Alkoholfreiem auf der Cocktailkarte beim nächsten Bar-Besuch zu dürftig erscheint, sollte einfach mal den Bartender ansprechen: mit einigen Infos zu geschmacklichen Vorlieben sollte der in der Lage sein, jedem Gast seinen individuellen Mocktail zu mixen.

Alkoholfrei: Ipanema & Co. selber mixen

Neugierig geworden? Zlatko Covic empfiehlt als Basis für alkoholfreie Cocktail selbst gemachte Limonade (natürlich auch pur ein Genuss):

Klassische Limonade (für 1 Glas, ca. 300 ml): 4 cl frisch gepresster Zitronen- oder Limettensaft 2-4 cl Zuckersirup (gibt’s im Fachhandel oder gut sortierten Supermärkten) Soda oder stilles Wasser zum Auffüllen

Ipanema (Alkoholfreie Caipirinha): Eine Limette achteln, 1-2 Stücke in ein Glas geben und leicht zerquetschen. 1-2 Barlöffel weißen Rohrzucker, crushed ice und 2 cl lime juice cordial dazugeben; mit Ginger Ale auffüllen.

Mojito
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Mojito-Limo: 2 Stängel Minze, 1-2 Barlöffel weißen Rohrzucker und 2 cl Limettensaft in einem Glas zerstampfen, Eiswürfel dazugeben und mit Soda auffüllen. Als Deko etwas Minze am Glasrand drapieren.

Virgin Colada: 2 cl Kokossirup, 2 cl Sahne und 16 cl Ananas-Saft kräftig im Shaker auf Eis mixen. Als Deko eignen sich geviertelte Ananas-Scheiben, Ananas-Blätter und Cocktail-Kirschen. Besonderen Pfiff bekommt dieser Mocktail durch einige Kokosflocken am Glasrand und auf dem Drink.