Trennkost-Diät

Nie wieder Spaghetti-Bolognese oder Geschnetzeltes mit Reis!? Bei der Trennkost werden eiweißreiche und kohlenhydratreiche Lebensmittel strikt voneinander getrennt. Aus wissenschaftlicher Sicht kann das Trennprinzip nicht überzeugen.
Trennkost-Diät

Eier-Krabben-Salat

Stichwort "Übersäuerung"

Der amerikanische Arzt Howard Hay vertrat 1907 die Ansicht, dass die gleichzeitige Aufnahme von Eiweiß und Kohlenhydraten eine „Übersäuerung“ des Körpers zur Folge hat. Unser Körper ist laut Hay nicht in der Lage, die beiden Nährstoffe gleichzeitig zu verwerten und empfiehlt daher ihre Trennung. Er ging sogar soweit, Gärungsprozesse im Dünndarm und die Bildung giftiger Säuren als Ursache vieler Zivilisationskrankheiten zu vermuten. Auch so genannte unnatürliche Lebensmittel wie Zucker, Weißmehlprodukte und polierten Reis soll man bei der Trennkost meiden. Milch und Milchprodukte sind ebenfalls verboten. Sie sollen durch Verschleimung die Nährstoffaufnahme stören.

Fehlen wissenschaftlicher Grundlagen

Die Trennkost-Diät ist eine fettarme, ballaststoffreiche und überwiegend vegetarische Ernährungsform. Dies entspricht weitestgehend den heute üblichen Empfehlungen zur Vorbeugung häufig auftretender Erkrankungen. Wobei zu beachten ist, dass die positiven Effekte dieser Ernährungsform nicht auf dem Trennprinzip, sondern auf der optimalen Zusammensetzung der Nahrung beruhen. Die Diät wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, neueste wissenschaftliche Kenntnisse nicht in das Konzept miteinbezogen.
Nachdem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand ist die Trennung von Eiweiß und Kohlenhydraten nicht sinnvoll. Der Körper ist durchaus in der Lage, beide Nährstoffe gleichzeitig zu verwerten. Auch andere Empfehlungen sind wissenschaftlich nicht belegt, wie zum Beispiel das Entgiften des Körpers durch den Verzehr von saurem Obst und Gemüse. Auch das Verbot von Milch und Milchprodukten ist nicht nachvollziehbar und birgt die Gefahr eines Kalziummangels. Die Idee einer Übersäuerung nicht haltbar. Im Körper sorgen verschiedene Systeme, auch bei einer stark säureüberschüssigen Ernährung, für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Stoffwechselstörungen und Nierenerkrankungen, ist eine Übersäuerung möglich.

nach oben