Unfälle im Haushalt: Von Bluterguss bis Hexenschuss

Hektik und Eile sind keine guten Ratgeber im Haushalt. Dafür gibt es zu viele Stolperfallen im Haus und in der Küche.
Unfälle im Haushalt

Mit dem Küchenmesser geschnitten, von der Leiter gestürzt, am offenen Fenster den Kopf angeschlagen: Fast sechs Millionen Unfälle passieren jährlich zu Hause und in der Freizeit. Das hat eine Umfrage aus dem Jahr 2000 ergeben. „Die Hauptgefahren sind Stürze, Schnittverletzungen, Vergiftungen und Verbrennungen“, sagt dazu Dr. Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), in einem Gespräch mit Einfach Hausgemacht. Viele Unfälle könnten nach Ansicht der Expertin ganz leicht vermieden werden. Zumal Hektik und Eile die Hauptursachen für Unfälle in den eigenen vier Wänden sind.

Wackelig

Dr. Susanne Woelk rät dringend davon ab, „mal eben schnell“ – und womöglich noch mit Hausschuhen – auf eine Sofalehne oder einen wackeligen Küchenstuhl zu steigen, um eine Gardine nach dem Waschen wieder an ihren angestammten Platz zu hängen oder eine Glühlampe auszutauschen. „Hierbei reicht schon eine falsche Bewegung und man findet sich auf dem Fußboden wieder. Wenn man Glück hat, kommt man mit einigen blauen Flecken davon. Prellungen oder gebrochene Knochen sind aber auch nicht selten“, so die Hamburgerin. Sie rät, zu einer stabilen Stehleiter zu greifen. An einem gut zugänglichen Ort gelagert, ist sie schnell zur Hand, um die Arbeit über dem Kopf zu erleichtern.

 

Unübersichtlich

Um Wege zu sparen, wird häufig die Wäschewanne maximal befüllt und mit großen Anstrengungen durch das Haus über die Kellertreppe zur Maschine geschleppt. „Gleich mehrere mögliche Unfälle können sich hier ereignen“, weiß Dr. Woelk. „Mal ganz abgesehen vom Hexenschuss, der durch zu schweres Heben verursacht werden kann, birgt auch die verminderte Sicht Gefahren.“ So können lose Teppiche mit abstehenden Kanten, herumstehende Gegenstände oder nicht zu sehende Treppenstufen schnell zur Stolperfalle werden. Rat der Expertin:

  •  Nur so viel tragen, dass die Stufen noch problemlos zu sehen sind
  • Stolperkanten an losen Teppichen fixieren, etwa mit doppelseitigem Klebeband           
  • herumstehende Gegenstände beiseite räumen und lose Kabel mit Kabelkanälen sichern.

Giftig

Chemiekeulen im Haushalt sind nicht ohne. „Vor allem wenn sich Kinder im Haus tummeln und die Mittelchen in greifbarer Höhe stehen, sind nach unserer Erfahrung schlimme Vergiftungen vorprogrammiert. Da helfen oft auch mahnende Worte nichts“, so die DSHGeschäftsführerin. Deshalb würden die bunten Reinigerflaschen am besten fern von Lebensmitteln in einem abschließbaren Schrank gelagert. Dr. Woelk rät: „Reinigungsmittel sollten Sie niemals umfüllen, vor allem nicht in Gefäße, die Kindern vertraut sind. Beispiele dafür sind etwa Saftund Limonadenflaschen und Marmeladengläser.“ Was außerdem noch dafür spricht, auf die Originalverpackung nicht zu früh zu verzichten: die darauf aufgedruckten Warnhinweise sowie die Dosierungsanleitung.

Schnittig

Dr. Susanne Woelk hält nicht viel vom Gemüseschneiden aus der Hand. „Das kann schnell daneben gehen.“ Besser sei es, unter das Brett ein feuchtes Tuch als Rutschhemmer zu legen, die Lebensmittel mit dem Krallengriff sicher zu fassen und mit einem scharfen Messer zu schneiden. Das schont nicht nur die Finger, sondern ermöglicht gleichmäßiges Arbeiten. Vorher die Hände abtrocknen, um Abrutschen zu verhindern. „Wenn das Messer nun doch einmal aus den Händen rutscht und zu Boden fällt, greift man oft reflexhaft hinterher. Das geht aber mit hoher Wahrscheinlichkeit schief“, so Dr. Woelk. Besser sei es, nach hinten auszuweichen, um die Füße zu schützen. „Bei der Arbeit mit Aufschnittmaschinen sollte man immer den Restehalter verwenden“, empfiehlt Dr. Woelk.

Gefährlich

Wenn Staubsauger oder Küchenmaschine streiken, sollten sich nach Meinung der „Sicheres Haus“Expertin die Tüftler und Bastler zurückhalten. „Elektrogeräte sollten bei einem Defekt auf alle Fälle nur durch den Fachmann gewartet und repariert werden. Ein Stromschlag kann tödlich sein.“ Und damit man auch bei einem funktionierenden Gerät auf der sicheren Seite ist, empfiehlt Dr. Woelk: „Beim Kauf von neuen Geräten ist besonders auf das ,GS‘Zeichen zu achten. Dies steht für geprüfte Sicherheit und zeigt an, dass das Gerät durch eine zugelassene Prüfstelle untersucht wurde."

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