Sommerliche Plagegeister: Was hilft gegen Insekten

Endlich wieder im Freien arbeiten, sporteln, faulenzen und feiern. Wären da nicht diese kleinen Spielverderber, die das Freiluftvergnügen stören können. Hausmittel gegen Mücken, Wespen und Co. kursieren viele. Diplom-Biologe Thomas Schubert verrät, was wirklich hilft.
Wespe auf einem Löffel

Die mag niemand: Wespen!

Stimmt’s? Ätherische Duftöle wie Zitronella, Nelken- oder Teebaumöl vertreiben Wespen.

Laut Experte Thomas Schubert können Duftöle oder eine mit Nelken gespickte Zitrone nur bei Windstille helfen, die Wespen vom Gartentisch fernzuhalten: "Sobald aber ein leichtes Lüftchen weht, verteilen sich die Düfte
und die Konzentration ist zu gering, um den Wespen etwas auszumachen." Besser ist es, Getränke und Essen immer zuzudecken, damit die Wespen erst gar nicht angelockt werden. Außerdem sollte man beim Kaffeekränzchen weiße Tischdecken bevorzugen, da Wespen auf knallige Farben fliegen, vor allem Gelb. Beginnt man frühzeitig mit einer Ablenkfütterung, kann man die Wespen mit etwas Glück vom eigentlichen Geschehen fernhalten.
"Stellen Sie dafür eine Schale mit überreifen Weintrauben fünf bis zehn Meter entfernt auf", sagt Thomas Schubert. Er muss zugeben, dass bisher noch kein gut funktionierendes Mittel gegen Wespen erfunden wurde. Grundsätzlich rät er, Ruhe zu bewahren!

Mücke

Fies: Mücken nerven im Sommer am meisten.

Stimmt’s? Mücken werden durch Licht angezogen.

Wirklich angezogen werden Mücken vom CO2-Gehalt des Atems, von den Milchsäurebakterien im Schweiß und von der Körperwärme. Licht spielt für die Insekten nur eine Nebenrolle. "Individuelle Faktoren sorgen dafür, dass manche Menschen für die Mücken besonders attraktiv sind und andere nicht", sagt Thomas Schubert. Solchen Menschen empfiehlt er, lockere, geschlossene Kleidung anzuziehen, durch die Mücken nicht hindurchstechen können. Am zuverlässigsten helfen Repellentien, chemische Substanzen zum Auftragen oder Aufsprühen, die auf Insekten abstoßend wirken, ohne ihnen zu schaden. Diese können allerdings auch Nebenwirkungen wie Hautreizungen verursachen. Thomas Schubert hat außerdem den Tipp, besser nicht allzu windgeschützt zu picknicken. Mücken mögen nämlich keinen Wind. Diese Abneigung kann man sich zu Hause auch mithilfe eines Ventilators zunutze machen.

Stimmt’s? Fruchtfliegen lieben Alkohol.

Egal ob Wein, Bier oder überreifes Obst: Fruchtfliegen lieben den süßlichen Gärungsgeruch. Daher sollten Sie Obst zügig essen, abdecken oder solche Sorten, die es vertragen, im Kühlschrank lagern. Es ist außerdem ratsam, den Abfall regelmäßig zu leeren und benutztes Geschirr wegzuräumen. Durch die im Sommer beschleunigten Gärungsprozesse wird der Mülleimer schnell zum Brutherd für Fruchtfliegen. Wenn trotz dieser Maßnahmen immer noch Fruchtfliegen in der Küche herumschwirren, können diese mit einer Falle aus (vergorenem) Rotwein und einem Schuss Spülmittel eingefangen werden. "Der Rotwein lockt die Fliegen an und das Spülmittel setzt die Oberflächenspannung der Flüssigkeit herab, sodass die Fliegen nach dem Landen versinken", erklärt Thomas Schubert.

Stimmt’s? Zecken können springen und lassen sich von Bäumen fallen.

Zecken fühlen sich bis zu einer Höhe von eineinhalb Metern am wohlsten. Sie lassen sich weder von Bäumen fallen noch können sie springen. "Lieber warten sie auf Grashalmen, im Gebüsch und Unterholz darauf, dass sie von einem Wirt abgestreift werden", erklärt Thomas Schubert.
Schützen Sie sich, indem Sie lange Hosen tragen und diese in die Socken stecken. Der Experte rät außerdem zu weißer Kleidung, weil die Tiere darauf besonders gut sichtbar sind. In zeckenreichen Gebieten können zusätzlich Repellentien hilfreich sein. Trotzdem sollten Sie sich vor allem nach einer Wanderung gründlich nach Zecken absuchen, besonders in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt. Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen.

Ameisen

Krabbelig: Ameisen finden immer einen Weg.

Stimmt’s? Backpulver ist ein gutes Hausmittel gegen Ameisen.

Eigentlich sind Ameisen Nützlinge. Nur wenn sie sich ins Haus verirren, weil sie dort eine verlockendere Nahrungsquelle finden als draußen, werden sie für uns zu Lästlingen oder gar Schädlingen. Backpulver ist das wohl bekannteste Hausmittel gegen Ameisen und lässt sie angeblich platzen. Beobachtet hat das Thomas Schubert noch nie und sagt: "Vor Ort lassen sich die Tiere damit nicht bekämpfen. Dafür muss das Nest mit der Königin beseitigt werden, und das ist oftmals weit entfernt."
Auch aufgesprühtes Essigwasser oder ausgestreutes Kaffeepulver, um die Laufwege zu verändern, haben meistens keinen Erfolg. Genauso hilft das Abdichten von Öffnungen am Haus nur bedingt.
"Ameisen sind wie Wasser", erklärt der Experte. "Ist der eine Weg versperrt, suchen sie sich einen anderen oder dringen einfach durch das Material." Mit etwas Glück verschwinden die Tiere  von selbst, wenn die Nahrungsquelle beseitigt ist. Ist das nicht der Fall, sollte ein Spezialist das Problem angehen.

Thomas Schubert

Unser Experte:

Thomas Schubert aus Münster ist Diplom-Biologe und IHK-geprüfter Schädlingsbekämpfer. Er arbeitet sowohl für Privatpersonen als auch für Betriebe und Behörden.

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