Video: Champagner – Experten-Wissen


Was ist der Unterschied zwischen Champagner, Sekt, Crémant und Cava? Und warum ist Champagner so teuer? Im Video beantwortet »essen & trinken« Getränke-Experte Benedikt Ernst spannende Fragen rund ums Thema Champagner und erklärt, warum der edle Schaumwein seinen Preis wert ist.

Was ist der Unterschied zwischen Champagner, Sekt, Crémant und Cava?

Einer der prägnantesten Unterschiede zwischen den Schaumweinen Champagner, Sekt, Crémant und Cava sind die unterschiedlichen Anbaugebiete der Trauben. Der Champagner beispielsweise kommt aus der Champagne, einer Region in Frankreich. Das kühle Weingebiet mit seinen kargen Böden verleiht dem Champagner einen besonderen Charakter. Während Champagner nur in der Champagne angebaut werden darf, ist die Herstellung von Crémant in verschiedenen Regionen Frankreichs erlaubt. Das spanische Pendant zu Crémant und Champagner ist der Cava. Dieser wird in Spanien hergestellt. In Bezug auf die Herstellungsmethode unterscheiden sich Crémant und Cava kaum von der des Champagners. Sekt ist hierzulande ein Oberbegriff für Schaumwein. Für günstige Sorten gären Wein, Hefe und Zucker der in der Regel in druckfesten, großen Tanks. Hochwertigerer Sekt reift in der Flasche und hat oft die Deklarierung "Winzersekt" oder "traditionelle Flaschengärung".

Wie wird Champagner hergestellt?

Sowohl Champagner als auch Crémant, Cava und einige hochwertige deutsche Sekte werden mit Hilfe der sogenannten Flaschengärung hergestellt. Gemeint ist damit eine zweite Gärung, die in der Flasche stattfindet. In den fertig gegorenen trockenen Grundwein, welcher zunächst wenig Alkohol enthält, wird bei der Herstellung ein Zucker-Hefegemisch gegeben. Anschließend wird die Flasche verschlossen. Der zusätzliche Zucker vergärt. So entsteht mehr Alkohol sowie CO2. Da das CO2 nicht aus der Flasche entweichen kann, bleibt es in Form von feinen Bläschen in der Flasche zurück.

Am Ende des Herstellungsprozesses wird die übrig gebliebene Hefe aus der Flasche herausgeschossen, der klare Schaumwein bleibt zurück. Dieser Prozess ist in der Fachsprache auch als Degorgieren bekannt. Dem fertigen Schaumwein kann nach Belieben noch Süße in Form von in Wein gelöstem Zucker hinzugefügt werden, die sogenannte Dosage. Manchmal wird der Schaumwein aber auch ohne Dosage verkorkt und schließlich in Flaschen abgefüllt.
Champagner
Ben erklärt, aus welcher Region der Champagner kommt. 
© essen & trinken

Lohnt es sich, Champagner zu kaufen und was macht Champagner so besonders?

Der relativ hohe Preis des Champagners zahlt sich in unterschiedlichen Punkten aus. So hat der feine Schaumwein zum einen eine hohe Eigenständigkeit sowie die höchsten Produktionsstandards von allen Schaumweinen. Allein die Dauer der zweiten Gärung des Champagners mit anschließender Reifung in der Flasche muss mindestens 15 Monate betragen. Das ist ein halbes Jahr länger als die für Crémant vorgeschriebene Dauer des Gärungsprozesses. Ein Großteil der Champagnerhäuser lässt ihren Champagner sogar bis zu drei Jahre und länger im Keller liegen. Durch die lange Reifezeit zerfällt die Hefe im Champagner. Dieser Zerfall ist auch unter dem Fachbegriff Autolyse bekannt. Während der Autolyse werden bestimmte Aromen freigesetzt, welche man vorwiegend in hochwertigem Champagner findet. Geschmacklich erinnern diese Aromen an Brioche oder Kekse. Ein weiteres Highlight von Champagner sind seine feinen Perlen. Sie sehen: gegenüber anderen Schaumweinen hat der Champagner einiges zu bieten.

Was ist die ideale Trinktemperatur von Champagner?

Für den absoluten Trinkgenuss sollte Champagner mit einer Temperatur von 7 bis 10 Grad Celsius getrunken werden.

Wie viel kostet ein guter Champagner?

Nach Bens Meinung ist guter Champagner ab ungefähr 25 € erhältlich. Vor allem von kleinen Champagner Winzern bekommt man für diesen Preis schon sehr guten Champagner angeboten. Ab einem bestimmten Preisniveau kann man sich einer gewissen Qualität sicher sein. Große Champagner-Häuser verkaufen den hochwertigen Tropfen in der Regel ab ungefähr 35 €. Aufgrund der stetig hohen Qualität des Champagners kann man beim Kauf allerdings nicht viel falsch machen.

Bens Favoriten

In der Champagne ist es vollkommen normal, Champagner zu jedem Anlass sowie zu jedem Essen zu sich zu nehmen. Als Ben zum ersten mal selbst in der Champagne war und in einem kleinen Bistrot einen einfachen Snack zu sich nehmen wollte, wurde er gefragt, welchen der acht verschiedenen Champagner er dazu gerne trinken würde. Neben diesem besonderen Champagnermoment teilt Ben auch gerne ein paar seiner Favoriten des edlen Schaumweins:

1. Champagne Dehours brut Grande Réserve

2. Charles Heidsieck Blanc de Blans

3. Charles Dufour Bulles de Comptoir rosé

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