Video: Wie viel kostet ein guter Wein? – Experten-Wissen


Warum kostet Wein so viel, wie er kostet? »essen & trinken« Getränke-Experte Benedikt Ernst beantwortet interessante Fragen zum Thema Wein und seinen Preisen und spricht darüber, wie viel ein guter Wein kosten sollte.

Warum kostet Wein so viel, wie er kostet?

Der Preis von Wein ist unter anderem abhängig von den Kosten, die bei der Herstellung anfallen. Geht man ganz an den Anfang, so ist bereits der Grundstückspreis, welchen Winzer für den Anbau ihrer Weinreben bezahlen müssen, einzubeziehen. Hier gibt es je nach Lage der Gebiete große Preisunterschiede. Werden die Reben später maschinell geerntet, fallen die Kosten deutlich geringer aus. An Steilhängen werden häufig Lesehelfer benötigt, die jede Traube per Hand abschneiden. Dieses Verfahren gestaltet sich wiederum teurer. Eine weitere Rolle spielt der Ertrag, den der Winzer aus einem Weinberg holen kann. Für die Herstellung hoch qualitativer Weine werden die Trauben ausgedünnt. Bei diesem Prozess werden Trauben weggeschnitten, damit die bestehenden Trauben mehr Platz zum Reifen und somit auch mehr Nährstoffe bekommen. Weine von solchen Weingebieten werden dann auch entsprechend teurer, da der Winzer weniger Trauben zur Verfügung hat. Ein weiterer Kostenpunkt ist die Lagerung und Reifung des Weines. Wird der Wein in Holzfässern gelagert, fallen die Kosten deutlich höher aus. Auch eine lange Reifezeit und die damit einhergehenden Lagerungskosten haben eine Auswirkung auf den Preis des Endproduktes. Im Handel angekommen, ist dann noch einmal zu beachten, welche Marge beim Weinhändler oder im Supermarkt verbleibt. Sie sehen: Der Wein durchläuft vom Anbau bis zum Handel viele Stationen, welche mit Kosten verbunden sind.

Warum ist Billigwein so billig?

In den Supermarktregalen sind mitunter sehr günstige Weine zu finden. Die Standards dieser Billigweine sind meist sehr gering. So werden sie häufig in weniger bevorzugten Regionen angebaut. Oftmals kommen die Trauben eines Weines sogar aus verschiedensten Anbaugebieten. Billigweine stammen zudem meist aus Regionen mit sehr hohem Ertrag. Dieser hohe Ertrag wird durch Dünger und Pflanzenschutz sichergestellt. Im Weinkeller kann das Aroma der günstigen Weine dann noch beeinflusst werden. Besonders beliebt: Eine Art Holzchips, um das Aroma der Weinfässer zu imitieren. Bei Billigweinen wird von Anbau bis Verkauf häufig also auf die günstigsten Verfahren zurückgegriffen.

Ist der Preis für Spitzenwein gerechtfertigt?

Bei Weinen, die zum Teil mehrere hundert Euro kosten, erwartet man beste Qualität. In diesen Fällen fällt allerdings ein Großteil des Preises auf die Marke oder den Namen des Weingutes. Rein qualitativ sind drei- bis vierstellige Preise für Weine kaum gerechtfertigt.
Video: Warum ist Wein so teuer?
Bei Spitzenweinen im dreistelligen Preisbereich zahlt man vor allem für den Namen.
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Wie viel kostet ein guter Wein?

Wie viel ein guter Wein kosten soll, ist Ermessenssache. Besser sollte man sich fragen: Wie viel bin ich bereit, für einen guten Wein auszugeben? Von deutschen Weingütern kann man ab 5–7 Euro schon einen Wein von guter Qualität bekommen. Wie bei so vielem, sind preislich nach oben dann keine Grenzen mehr gesetzt. Bei einer Verkostung von alten gereiften Bordeauxweinen durfte Ben einmal einen ganz besonders edlen Tropfen testen: Einen Chateau Haut-Brion aus den 1980er Jahren. Preislich kann man bei der Flasche mit 500 € und mehr rechnen. Ben findet: Geschmacklich etwas ganz Besonderes. Preislich würde Ben privat dafür allerdings nicht so tief in die Tasche greifen. Na dann: santé!

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