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Brüssel: Genussvielfalt erleben

Üppig, deftig und opulent sind die richtigen Worte, wenn es um die Beschreibung der belgischen Küche geht. Sie ist stark von der französischen beeinflusst, entwickelte aber durch die Einbeziehung regionaler Produkte und Spezialitäten eine besondere, charakteristische Note.

Klar, dass sich die Liebe zum Essen auch in der Hauptstadt Brüssel bemerkbar macht: Frittenbuden und Waffelstände sind an jeder Ecke zu finden, und die rund 1800 Lokale prägen das Stadtbild.
Schon bei einem Spaziergang durch Brüssels Altstadt taucht man ein in die belgisch-traditionelle Lust am Essen: Von der Rue Chair et Pain (Fleisch- und Brotstraße) biegt man direkt in die Rue du Marché aux Herbes (Kräuterstraße) und von dort aus geht es direkt weiter in die Rue des Harengs (Heringsstraße).

Crosskulturelle und traditionsbewusste Gastronomie

Belgien
© Belgien Tourismus

Das gastronomische Angebot Brüssels könnte nicht weiter gefächert sein: Neben der rustikal-bodenständigen Küche besteht ein reger interkultureller kulinarischer Austausch in der europäischen Hauptstadt. Vor allem Einflüsse aus der orientalischen und asiatischen Küche machen sich in vielen Restaurants bemerkbar und lassen ausgefallene Kreationen entstehen.
Ein schönes Beispiel hierfür ist das Restaurant Cospaia. Der Zwei-Sterne-Koch Jean-Pierre Bruneau serviert hier fantasievolle Kreuzungen aus klassisch belgischer und internationaler Küche: Die berühmten Petit-gris-Schnecken werden hier in Korinthen-Sauce serviert, und auch Kabeljau in Curry-Kokos-Sauce steht hier auf der Karte.
Die Küche des Restaurants Belga Queen dagegen hat sich ganz der belgischen Küche mit all ihren regionalen Spezialitäten und Besonderheiten verschrieben. Allein 37 verschiedene Biere aus den unterschiedlichsten Regionen stehen auf der Getränkekarte. Auch viele Gerichte werden mit Bier zubereitet, zum Beispiel „Lapin à la Gueuze“, in Bier geschmortes Kaninchen.

Schokolade und Pralinen...

Karibische Trüffel
© Heino Banderob

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt fallen sofort die zahlreichen Chocolatiers ins Auge, deren Schaufenster schon allein ein wahrer Augenschmaus sind. Drinnen türmen sich die Pralinen in den unterschiedlichsten und ausgefallensten Variationen, die Entscheidung für eine Lieblingssorte fällt hier schwer: helle oder dunkle Schokolade, nussig, fruchtig oder gar beschwipst? Am besten, man versucht von allem ein bisschen. Eine typische Brüsseler Spezialität sind Pralinen in Form von Meeresfrüchten: Nougat umhüllt von zart schmelzender Schokolade.
Im Übrigen wird in Belgien der Schokoladengenuss sogar gesetzlich geschützt. Es gilt das Reinheitsgebot für Schokolade: Die verwendete Kakaobutter darf – im Unterschied zur restlichen EU – keinerlei Fremdfette enthalten.

Belgische Fritten für alle!

Belgische Fritten
© Heino Banderob

Soviel steht fest: Die Belgier haben Pommes frites erfunden. Und nicht nur das, sie haben auch die Zubereitung perfektioniert und salonfähig gemacht: Traditionell werden in Belgien die Fritten zweimal frittiert, das macht sie besonders cross und schmackhaft.
Auf allen Speisekarten sind Fritten als Beilage zu finden, sei es nun in der Kneipe nebenan oder im gehobenen Restaurant. Außerdem gibt es natürlich noch die zahlreichen Frittenbuden, in Belgien Friterie bzw. Frietkot genannt. Hier trifft sich Groß und Klein und Arm und Reich zum gemeinsamen Pflegen der Tradition. Fritten gibt es in Papiertüten auf die Hand und mit bis zu 37 verschiedenen Saucen. Neben Ketchup und Mayonnaise sind auf jeden Fall noch Sauce Tartar, Sauce Andalouse und Cocktailsauce im Angebot.

Brüsseler Waffeln

Waffeln mit Beeren
© Matthias Haupt

So einfach und so lecker. Mehl, Milch, Wasser, Eier, Salz und Hefe, mehr ist nicht drin in dieser belgischen Köstlichkeit, genannt Gaufres. Aber heiß mit Zucker, Sahne oder frischen Früchten serviert, zaubern sie ein Lächeln in jedes Gesicht. Knusprig-leichte Waffeln gibt es in Brüssel frisch an jeder Straßenecke und sind ein Muss für den Besucher. Mit einer solchen Leckerei in der Hand flaniert es sich noch einen Tick besser durch das historische Zentrum rund um den Grand Place.