Meerrettich: Infos und Rezepte


Meerrettich ist eines der schärfsten Gewürze überhaupt. Die geruchlose Wurzel entfaltet ihre Schärfe allerdings erst durchs Brechen oder Aufschneiden. Hier finden Sie weitere Infos und vielseitige Rezepte mit Meerrettich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Meerrettich?

Meerrettich gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. In der Küche wird die Wurzel als Gemüse oder Gewürz verwendet. Sie ist traditionell ebenfalls in der Pflanzenheilkunde bekannt.

Woher kommt der Name Meerrettich?

Für den Namen gibt es unterschiedliche Erklärungen. So soll der Name übersetzt „der über das Meer zu uns gekommene Rettich“ bedeuten. Andere Erklärungen sind, dass Meerrettich einen größeren („Mehr“) Rettich bezeichnet und dass Meerrettich besonders in der Nähe des Meeres wächst. Im Süden, insbesondere in Österreich trägt die Wurzel den Namen „Kren“. Das Wort Kren bedeutet übersetzt „weinen“, was auf die Scharfstoffe des Meerettich zurückzuführen ist. Diese können bei der Verarbeitung in der Küche zu tränenden Augen führen.

Anbau und Ernte von Meerrettich

Meerrettich wächst am besten am Rand von feuchten Wiesen, an Bachläufen und an Flüssen. Ursprünglich kommt er aus Süd- und Osteuropa. In Deutschland wird Meerrettich seit dem Mittelalter angebaut. Jedoch wurde die Wurzel zu dieser Zeit noch als Heilpflanze verwendet und gewann erst später als Lebensmittel an Bedeutung. Bei uns wächst sie beispielswiese im Spreewald und im fränkischen Raum. Auch in Österreich und in den USA wird Meerrettich angebaut.

Meerrettich wird meist nicht ausgesäht, sondern es werden einzelne Wurzelteile eingepflanzt. Sich bildende Seitentriebe werden entfernt, so wächst die Wurzel besser. Die Seitentriebe können eingepflanzt werden, sodass aus ihnen neue Wurzeln wachsen oder in der Küche weiterverarbeitet werden. Meerrettich ist winterhart und blüht zwischen Mai und Juli.

Wann wird Meerrettich geernet?
Meerettich wird zwischen Oktober und Januar geerntet, wenn die Blätter anfangen abzusterben. Dann ist das Wurzelwachstum abgeschlossen. Haupterntemonat ist November. Mithilfe einer Mistgabel lassen sich die Wurzeln aus der Erde ziehen. Bürsten Sie die anhaftende Erde ab und verarbeiten Sie die Wurzel wie gewünscht weiter.

Meerrettich: Einkauf und Lagerung

Bayerischer Meerrettich
Meerrettich: Besonders gerieben oder als Sahnemeerrettich beliebt
© © www.weltgenusserbe.de

Meerrettich sieht ähnlich aus wie Petersilienwurzel oder Pastinake. Deswegen sollten Sie beim Kauf darauf achten, die richtige Wurzel zu kaufen. Sie erhalten Meerrettich auf dem Wochenmarkt oder im gut sortierten Supermarkt. Die Wurzeln lassen sich etwa vier Wochen im Kühlschrank lagern. Angeschnitten halten sie sich etwa zwei Wochen.

Warum ist Meerrettich gesund?

Meerrettich enthält viel Vitamin C, B-Vitamine, Kalium, Kalzium, Eisen sowie Senfglykoside, sogenannte Scharfstoffe und ätherische Öle. Nicht umsonst war Meerrettich besonders im Mittelalter als Heilmittel beliebt. So wurde er beispielsweise bei Skorbut und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Heute wird die Wurzel aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehaltes und wegen der antibiotischen und antibakteriellen Wirkung, die auf die Scharfstoffe zurückgehen, unter anderem zur Stärkung der Abwehrkräfte, bei Erkältungskrankheiten und Blasenentzündungen verwendet.

Nährstoffe Meerrettich pro 100 g:

Nährstoff

Menge

Kalorien

63 kcal

Kalium

628 mg

Kalzium

105 mg

Eisen

1,4 mg

Vitamin C

114 mg

Vitamin B 1

0,1 mg

Vitamin B 2

0,11 mg

Niacin

0,6 mg

Vitamin B 6

0,2 mg

Wie kann man Meerrettich zubereiten?

Nach dem Schälen kann der Meerrettich zerkleinert oder auf einer Reibe fein geraspelt werden. Aber Achtung: Meerrettich ist unverarbeitet geruchslos. Erst, wenn Meerrettich aufgeschnitten oder gerieben wird, entfaltet er sein Aroma. Grund dafür ist eine enzymatische Reaktion, bei der Allylsenföl aus Sinigrin, einem Senfölgykosid, ensteht. Der Geruch ist stechend und kann, ähnlich wie Zwiebeln, die Augen reizen.
Wer nichts von der Schärfe des Meerrettich verlieren will, gibt ihn erst am Ende des Kochvorgangs zum Essen, da er sonst durch die Hitze seine typische beißende Eigenschaft verliert.

Meerrettich die Schärfe nehmen
Wenn Meerrettich gekocht oder getrocknet wird, verliert er seine Schärfe.

Dazu passt es am besten:
Meerrettich passt zu Tafelspitz, Roastbeef, Räucherfisch, Schinken oder auch Würstchen. Quark, Frischkäse und Sahne verleiht er ein würziges Aroma. Wir haben einfache bis raffinierte Rezepte mit Meerrettich für Sie!

Rezepte mit Meerrettich

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