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Nachhaltige Strohhalme statt Strohhalme aus Plastik

Plastikstrohhalme
Plastikstrohhalme: Bunt und äußerst schädlich für Meere, Fische und die Menschheit
© Getty Images/iStockphoto
In Europa landen jedes Jahr über 36 Milliarden Strohhalme aus Plastik im Müll und in der Umwelt. Doch ein Produkt, das wenige Minuten eingesetzt wird, sollte abbaubar oder wiederverwendbar sein. Gibt es Alternativen?

Einweggeschirr müllt die Meere zu – kurzer Spaß mit Langzeitfolgen

Europa produziert pro Jahr 25,8 Millionen Tonnen Plastikmüll und sammelt davon knapp ein Drittel zur Weiterverwertung. Die EU-Kommission hat deshalb beschlossen, Einweg-Plastikprodukte ab 2021 aus den Regalen zu nehmen. Hintergrund: Eine Untersuchung des Mülls an europäischen Stränden und Regionalmeeren zeigte, welche zehn Wegwerfprodukte hier am häufigsten vorkamen. Zu ihnen gehörten Plastikgeschirr sowie Plastikbesteck — und Trinkhalme aus Kunststoffen, wie sie zum Beispiel an jedem winzigen Trinkpäckchen kleben. Aus den Flüssen oder über die Strände ins Meer gespült können sie Fische und Vögel verletzen. Es dauert Jahrhunderte, bis Kunststoffe vollständig abgebaut sind. Sie zerfallen zu Mikroplastik und sind längst in der Nahrungskette angelangt: Laut Umwelt­bundesamt fanden sich bei einer Überprüfung der Mägen und Gedärme von Nord- und Ostseefischen in 69 Prozent der Fischproben Plastikpartikel.

Kompostierbare Strohhalme aus Roggen

Strohhalme aus Roggen
Naturstrohhalme von Strohmi
© Strohmi GmbH

Zurück in die Zukunft ist das Motto bei „Strohmi“ in Lübeck. Die Firma stellt wie früher Strohhalme aus Roggenstroh her. Das Getreide wächst auf Demeter- und Bioland-zertifizierten Feldern in Schleswig- Holstein. Haben die Bauern das Korn geerntet, ist viel Handarbeit gefragt: Jeder Roggenhalm besitzt mehrere Knoten, die „Strohmi“-Mitarbeiter erst einmal aus dem Pflanzenrohr herausschneiden müssen. Erst dann können sie die Halme sortieren, auf Normlängen stutzen und verpacken. Beliebt ist der Vollwert-Bio-Strohhalm (Foto unten) besonders bei umweltbewussten Kunden aus der Gastronomie noch aus einem weiteren guten Grund: „Strohmi“ beschäftigt viele gehandicapte Menschen. Die kompostierbaren Strohhalme aus Roggen von Strohmi erhalten Sie hier.

Wierderverwendbare Strohhalme aus Glas

Glasstrohhalme
"Halm – der Trinkhalm aus Glas"
© Nicky Walsh/ HALM trading UG

Aus Rohstoff des Glasproduzenten Schott stellt die Berliner Firma „Halm“ ihre gläsernen Trinkhalme her. Die Röhrchen haben abgerundete Kanten, fühlen sich im Mund sehr angenehm an, sind geschmacksneutral, bruchsicher und sogar bissfest. Sie eignen sich also auch für Kinder. In haushaltsüblichen Geschirrspülmaschinen werden sie nicht immer sauber, wie ein Test mit Tomatensaft zeigte. Die mitgelieferte plastikfreie Bürste sorgt dann für Sauberkeit. Die wiederverwendbaren Strohhalme von Halm erhalten Sie hier.

essen & trinken 8/2018
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