Im Interview mit Ruth Moschner zu ihrem neuen Detox-Buch

TV-Moderatorin Ruth Moschner hat ein neues Buch mit dem Titel "Total Detox" herausgebracht. Es geht darin ums Fasten und Detoxen, gespickt mit hilfreichen Tipps, Rezepten und einer großzügigen Portion Humor. Im Interview beantwortet sie uns Fragen über Ernährung, Detox und ihr neues Buch.
Ruth Moschner

Ruth Moschner

1. Wie sind Sie zu Detox gekommen?
Ruth Moschner: „Meine erste Fastenerfahrung war tatsächlich nichts. Ich war neugierig, fand es natürlich auch reizvoll ein paar Kilos/Wassereinlagerungen zu verlieren, aber täglich nur ausgepresste Säfte aus Kartoffel und Gemüse, da hat mein Hirn gestreikt. Die einzige Erleuchtung, die ich hatte war, dass Fastenkuren ohne Essen einfach nichts für mich sind. Positiv war dann eine Azidosekur nach Dr. Renate Collier, bei der man viel Kartoffeln essen darf, natürlich Gemüse, abends Suppen – das war richtig prima, ohne Kalorienlimits und hat mir zum ersten Mal gezeigt, dass Fasten zwar Verzicht bedeutet, man sich aber nicht quälen muss, um ein besseres Bauchgefühl zu bekommen. Professionell ist es natürlich durch meine Ausbildung zur Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit und Ernährung geworden. Man geht doch nochmal anders mit seinem Körper um, wenn man weiß, wie fleißig und toll der kleine Kerl jeden Tag seine Arbeit leistet, egal wie sehr man ihn belastet.“

2. Beschreiben Sie Ihr neues Buch in einem Satz.
Ruth Moschner: „Es geht um gesunde Selbstfürsorge. Genauer bedeutet das, ich möchte mit dem Buch Möglichkeiten aufzeigen, sein natürliches Bauchgefühl zurückzuerobern, indem man sich über einen bestimmten Zeitraum nicht nur mineralstoffreicher ernährt, sondern sich auch von inneren Selbstdemontagefuzzis löst.“

3. Was sind Ihre 3 Lieblingsrezepte aus Ihrem neuen Buch?
Ruth Moschner: „Nur drei??? Hilfe! Ich mag die ja alle sehr gerne. Was ich wirklich ständig mache, ist das Granola, die Suppen, die Süßkartoffel zum Frühstück, das Hirse-Sushi, Gemüsestampf, Kürbishummus, den Switchel, die Cräcker in unterschiedlichsten Varianten... man muss ja nicht unbedingt detoxen, um aus dem Buch zu kochen.“

4. Was haben Sie immer im Kühlschrank?
Ruth Moschner: „Bier und Schaumwein für Gäste. Wunderbar geduldig, auch wenn man mal länger nicht zu Hause war winkt es einem nicht entgegen.“

5. Packt Sie auch manchmal der Heißhunger?
Ruth Moschner: „Natürlich! Oft sind das Zeichen von Mangelerscheinungen durch zuviel Stress, Sport, etc.... Heißhunger kann viele Ursachen haben.“

6. Haben Sie einen Notfall-Tipp parat?
Ruth Moschner: „Da gibt es so einiges, was ich im Buch genauer erkläre. Koffeinentzug, Zuckerentzug,... da kann man einiges tun. Da die Ursachen aber unterschiedlich sind und ich keine Freundin von pauschalen Antworten bin, nur ein Beispiel: In Stresssituationen neigen wir zu Heißhunger auf Zuckerhaltiges, da unsere Zellen nach schneller Energie zum Weglaufen dürsten. Ist leider ein Überbleibsel aus sehr sehr alten Tagen, dass unser Körper nicht zwischen akutem Lebensgefahrstress vor dem Säbelzahntigern und chronischem Stress im Job, mit dem Partner oder sonst wem unterscheidet. Greifen wir jedoch zum Schokoriegel wird unser Blutzuckerspiegel nur kurz extrem angehoben, danach fällt er aber wieder in ein Tief. Besser wären vollwertigere Lebensmittel, wie eine kleine Handvoll Mandeln – eines meiner absoluten Lieblings-Superfoods. Sie enthalten unter anderem auch Magnesium und B-Vitamine, die zusätzlich die Nerven stärken. Ein toller Snack ist eine dicke Medjool-Dattel, entkernt und mit 1 TL Mandelmus gefüllt. Macht nicht nur geschmacklich glücklich.“

7. Schaffen Sie es bei Ihrem vollen Terminplan überhaupt, sich gesund zu ernähren und frisch zu kochen?
Ruth Moschner: „Wenn ich zuhause bin, wird frisch gekocht. Das Gute an den Rezepten ist ja, dass sie sehr schnell gehen und man auch nicht unbedingt eine Kochausbildung dafür braucht. Das schafft echt jeder! Gemüse ist ja auch sowas von geduldig. Da kann man wenig falsch machen.“

8. Haben Sie Tipps für „Detox für unterwegs“?   
Ruth Moschner: „Das Wichtigste ist, dass man immer eine Kleinigkeit dabei hat, damit man nicht unterwegs gezwungen ist, doch eines der fiesen Labberbrötchen zu kaufen, weil man einfach tierisch Hunger hat. Ich habe meistens einen guten Riegel dabei, meine Müslimischung sowieso für morgens oder Gemüsesticks oder sowas. Nennen Sie mich gerne Tuppertante, ich kann damit leben. Was auch super ist, sind hohe gut verschließbare Behälter – unten die Salatsoße parken, und drüber alles stapeln, was Spaß macht: gekochten Quinoa, Erbsen, Ofengemüse, Kräuter, Blattsalate. In der Mittagspause gut durchschütteln und fertig ist das Detoxmenü. Man kann auch eine Thermoskanne für Suppe entbehren, wenn das Büro keine Küche hat, in der man was warm machen kann.“

Buchcover Total Detox von Ruth Moschner

Das Buchcover zu "Total Detox"

9. Wie ernst nehmen Sie Fasten, Entgiftung, Detox und Co?
Ruth Moschner: „Ernst ist immer schwierig, wichtiger ist, dass man seinen Humor dabei nicht verliert. Alkohol ist nicht mein guilty pleasure, ich trinke pro Jahr etwa 1/2 Glas Sekt, danach liege ich betrunken am Boden. Fleisch war auch noch nie mein Ding. Ich esse es, wenn ich Lust drauf habe und das kommt schon mal vor, wobei es lieber Fisch und weniger rotes Fleisch ist. Ich möchte aber keinen Stempel im Sinne einer Ernährungsgemeinsschaft übernehmen. Süßes ja, mit Industriezucker bin ich aber sparsam. Ich schätze, ich muss mein Zuckerpäckchen im Vorratsregal bald entsorgen, das wird schon sehr selten benutzt. Aber ich liebe natürlich meine dunkle Schokolade und alles, was man damit kombinieren kann. Und manchmal muss es auch ein Eis mit Sahne sein. Das wird dann aber auch mit Begeisterung gegessen.“

10. Was ist Ihr persönliches Detox-Konzept?
Ruth Moschner: „Für mich macht nur eine Kombination aus mentaler und körperlicher Entschlackung Sinn. Je nach Möglichkeiten kann das mal kürzer oder aber auch länger ausfallen.“

11. Sie haben bereits andere Bücher, unter anderem zum Thema Backen herausgebracht. Ist das immer noch ein Hobby von Ihnen?
Ruth Moschner: „Ich habe tatsächlich den Ehrgeiz gehabt und ein Detox-Brotback-Rezept fürs Buch entwickelt. Ich weiß aus meinen Beratungen, dass der Verzicht auf Brot für viele den Alltag sehr erschwert. Ansonsten backe ich inzwischen natürlich auch sonst anders. Ich habe den Anspruch, leckere Rezepte zu entwickeln, die den Körper nicht so sehr belasten. Das Ergebnis sieht man dann auf meinem Foodblog Einhornfutter.de“

12. Viele Leute kennen Sie aus der Fernseh-Kochshow „Grill den Henssler“. Was hält Steffen von Ihrem Detox-Buch?
Ruth Moschner: „Oh, ich glaube nicht, dass er das mitbekommen hat. Aber Sie können ihn gerne fragen.“

13. Wie behalten Sie den Spaß an gesunder Ernährung?
Ruth Moschner: „Gesund muss ja nicht gleich geschmacklos sein. Daher stellt sich die Frage nicht. Ich bin Foodfetischistin, für mich sind Lebensmittel wertvoll und haben Respekt verdient.“

14. Was hat sich bei Ihnen durch Detox körperlich und mental verändert?
Ruth Moschner: „Inzwischen vertraue ich meinen Körpersignalen viel mehr als früher. Ich versuche, mehr auf mich zu achten und bin sehr dankbar für mein gutes Bauchgefühl. Und nein, ich esse nicht NUR gesund, auch ich bin nicht 24/7 vernünftig. Und ja, das rächt sich dann auch.“

15. Warum sollen Leute ausgerechnet Ihr Buch kaufen?
Ruth Moschner: „Keiner soll oder muss – aber ich freue mich, wenn ich Leute mit dem ganzheitlichen Konzept begeistern kann. Wer also Lust hat, etwas über sich selbst zu erfahren, was Neues auszuprobieren, aber sich noch nicht getraut hat, der findet im Buch viele helfende Tipps, die einen auch durch die dunklen Seiten des Loslassens, Verdauungskarneval, Heißhunger und Weltschmerz führen. Es steckt eine ordentliche Portion Liebe im Buch, viel Erfahrung, aber auch jede Menge Humor. Denn Lachen ist auch eine gute Form des Loslassens!“

Total Detox von Ruth Moschner ist im Dorling Kindersley Verlag erschienen und für 16,95 Euro hier erhältlich.

Detox
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