Hafer, Erbse, Nuss – Der beste Milchersatz für Kaffee

Die schäumen so schön ... auch ohne Kuhmilch!
Die schäumen so schön ... auch ohne Kuhmilch!
© Rawpixel/Adobe Stock
Wer auf Kaffee nicht verzichten möchte, verzichtet immer häufiger auf eins: Kuhmilch. In Tassen und Becher fließt zuhause oder unterwegs schon bei jedem Dritten Pflanzenmilch. Warum? Für den Tierschutz, die Ökobilanz, die Gesundheit oder: wegen des Geschmacks! Das Angebot an Milchalternativen ist breit, darunter sind ein paar echte Neuentdeckungen. Wir haben die besten Pflanzendrinks für Ihren Kaffee getestet.
Nur mit Matcha grün: Erbsenmilch von VLY in der Barista-Variante
Grün ist der Erbsendrink von VLY nur mit Matcha: Drin sind gelbe Spalterbsen
© Trisha Jones

Erbsendrink von VLY

Neben dem veganen Klassiker Soja und dem „new classic“ Hafer wandern neuerdings auch Hülsenfrüchte in den Kaffee. Hier gilt: Nicht alles was komisch klingt, schmeckt komisch – im Gegenteil.  Gerade, wer Milchalternativen gerne auch pur genießt, wird mit dem dezent nach Vanille schmeckenden Erbsendrink von VLY glücklich. Die leichte Vanille-Note entwickelt der Milchersatz aus gelben Spalterbsen bei seinem besonderen Herstellungsverfahren. Auf künstliche Aromen verzichtet das Berliner Lebensmittel-Startup mit dem Slogan „No Milk Today“ bewusst. Umso überraschender, dass selbst die zuckerfreie Variante der Erbsen-VLY angenehm süß daherkommt! Besonders gut schäumen lässt sich die Barista-Edition, der Verkaufshit von VLY. Wie schmeckt die Erbsenmilch im Kaffee? Der angenehm sämige, leicht gelbliche Milchersatz verleiht Kaffee eine neue Note mit einem Hauch Vanille. Aufgeschäumt harmoniert sie am besten mit Kaffee und eignet sich besonders für Fans von Cappuccino, Flat White und Latte Macchiato.

Übrigens: An der Erbse lohnt es sich dranzubleiben: sie ist, wie Hafer, problemlos in Europa anbaubar, verbraucht wenig Wasser und punktet mit gesunden Inhaltsstoffen wie natürlichem Pflanzenprotein. Die 1-Liter-Packung kostet 2,50 Euro (UVP).

Haferdrinks von Oatly, Plantopia, Velike! und Voelkel 

Oatlys Barista-Haferklassiker in Aktion
Oatlys Barista-Haferklassiker in Aktion

Hafer: Ein veganer „new classic“ um es in der Sprache der Barkeeper zu sagen. Es handelt sich immerhin um Haferdrinks; „Milch“ dürfen sich Produkte pflanzlichen Ursprungs nicht nennen. Das tut ihrem Erfolg keinen Abbruch. Selbst am Kiosk gibt es Haferdrinks zu kaufen – von unterschiedlichen Marken und in verschiedenen Sorten. PlatzhirschOatly ging 2021 sogar an die Börse – und machte mit hohen Einstiegskursen von sich reden.

Bio-Hafermilch von Velike! gibt's auch im Glas
Die Bio-Hafermilch von Velike! gibt's auch im Glas
© Black Forest Nature

Die Hafer-Pioniere aus Schweden haben inzwischen zahlreiche Konkurrenten: Edeka und Rewe bieten für geringere Preise eigene Haferdrinks an. Und mit Velike! und Voelkel sind 2021 die ersten Milchalternativen in nachhaltigen Glasflaschen auf den Markt gekommen. Das größte Plus gegenüber Oatly: Beide Anbieter kommen mit nur vier Zutaten aus. Auch geschmacklich lassen sich die nachhaltigen Neuheiten sehen: Velike! verarbeitet Biogetreide aus dem Schwarzwald, lässt sich gut schäumen und schmeckt unverfälscht nach Hafer. Ein Produkt für alle, die ihren Kaffee „mit Milch, aber ohne Zucker“ bestellen. Die 1-Liter-Packung kostet 2,29 Euro (UVP).

Demeter-Marke Voelkel bietet Haferdrinks ausschließlich Mehrweg-Flaschen an
Demeter-Marke Voelkel bietet Haferdrinks ausschließlich in Mehrweg-Flaschen an
© Voelkel

Wer seine Hafermilch gern einen Ton süßer (aber ungezuckert) genießt, ist mit der Demeter-Marke Voelkel gut aufgestellt. Hier liegt das 0,75-Liter-Glas bei 1,99 Euro (UVP). Beide Anbieter führen inzwischen auch eine Barista-Edition – natürlich im Glas. Auch von den Jungunternehmern bei Plantopia gibt es einen neuen Haferdrink (UVP 2,19 Euro / L): Der „Blend“ mit Kichererbse macht im Kaffee eine besonders gute Figur. Die gut schäumende Hafer-Mix-Neuheit schmeckt angenehm mild – und überzeugt ganz nebenbei mit einem geringen Zuckeranteil. 

Plantopias "Blend" vereint Hafer und Kichererbse zu einem Milchersatz
Plantopias "Blend" vereint Hafer und Kichererbse zu einem Milchersatz
© Plantopia

Kokosmilch von NILK und Alpro

Eine möglichst gute Kuhmilch-Kopie zu genießen ist bei weitem nicht mehr die einzige Motivation, zu Pflanzenmilch zu greifen. Kokosmilch ist mit ihrer exotischen Süße unmissverständlich in einem ganz anderen Geschmackskosmos angesiedelt. Hier ist nur die Optik dem tierischen Original zum Verwechseln ähnlich. Zahlreiche Kokosdrinks, etwa in der Bio-Variante vom mymuesli-Ableger NILK, sind für den Kaffee-Genuss nicht dick genug und gehen mit dem liebsten Heißgetränk der Deutschen in Konsistenz und Geschmack keine schöne Verbindung ein. Dafür schmeckt die sommerliche Pflanzenmilch hervorragend gekühlt und pur und verleiht Müsli, Milchshakes, Milchreis oder Backwaren einen Hauch „Hawaii“. Die 1-Liter-Packung kostet 2,49 Euro (UVP).

mymuesli-Ableger NILK hat unter anderem eine Kokosmilch auf dem Markt
mymuesli-Ableger NILK hat unter anderem eine Kokosmilch auf dem Markt
© mymuesli/Viktor Strasse

In derBarista-Version von Danone-Tochter Alpro punktet die gut aufzuschäumende Kokosmilch (UVP: 2,61 Euro). Der Trick: Auch hinter diesem Pflanzendrink versteckt sich ein „Blend“, die Kokosmilch ist mit Soja angereichert. Die „Fruchtmilch“ punktet mit natürlichen Mineralien und versorgt unseren Körper mit gesunden Fettsäuren. Wer auf seinen ökologischen Fußabdruck achten möchte, wird um die aus dem fernen Asien importierte Tropenfrucht dennoch einen Bogen machen. Die 1-Liter-Packung kostet 2,61 Euro (UVP).

Nussmilch von Plantopia und Nilk

Was gibt es noch? Nussmilch! Mandeln und Cashews sind hier Vorreiter. Mandeldrinks sind pur ein leichter Genuss. Plantopia setzt auf die Kombination mit Erbse, die angenehm nussig und sämig daherkommt. Im Kaffee überzeugt der Blend aus Mandel und Erbsenprotein dennoch weniger, als andere Sorten. Eine insgesamt bessere Figur macht Cashewmilch. Der Nussdrink kommt so cremig daher wie Kuhmilch, glänzt mit klarweißer Farbe und einem leicht buttrig-nussigen Aroma. Ihre inneren Werte muss die Pflanzenmilch nicht verstecken, denn Cashews sind – obwohl so schön sämig in der Milch – fettarm und versorgen uns mit gesundem Eiweis und natürlichen Mineralien. Zum Vergleich: Eine handelsübliche Hafer-Barista kommt mit einem drei Mal so hohen Fettanteil in die Tasse.

Die Cashew-NILK ist eine Milchalternative in Bio-Qualität
Die Cashew-NILK ist eine Milchalternative in Bio-Qualität
© mymuesli/Viktor Strasse

Ein klarer Favorit für unseren Kaffee – aber auch pur oder im Müsli. Leider sind die Anbaubedingungen für Mensch und Klima bis heute oft so schlecht, dass bei Cashewmilch besonders auf den Kauf von Bio-Ware geachtet werden sollte. Die gibt es inklusive nachhaltiger Verpackung von NILK. Die 1-Liter-Packung kostet 2,49 Euro (UVP).

Unser Fazit

Milchalternativen aller Art
Die Milchalternativen aus Getreide, Nüssen und Hülsenfrüchten überzeugen auch geschmacklich
© Iuliia Metkalova/Adobe Stock

Wie bei vielen – kleinen und großen – Neuanschaffungen im Leben kommt es auch bei Pflanzenmilch ganz darauf an, was Sie damit vorhaben. Nicht alle Milchalternativen passen gleich gut zum Kaffee; fast alle schmecken wunderbar in veganen Shakes und Süßspeisen. Einige sind besser für unser Klima, andere glänzen mit gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen.

Immer mehr Pflanzenmilch-Produzenten erheben 2021 den Anspruch, ein Grundnahrungsmittel herzustellen, das in jeden Familienhaushalt gehört – wie früher die Kuhmilch. Inzwischen sind viele Milchersatz-Produkte daher mit Vitaminen und Mineralien angereichert oder setzen auf natürliche Proteinquellen. Hier lohnt es sich, beim Kauf einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. In der ungesüßten Variante lässt sich bei allen Sorten reichlich Zucker sparen. Die Barista-Varianten enthalten mehr Fett, auf diesem Weg lassen sie sich besser schäumen.

Während einige Produkte ausschließlich auf natürliche Inhaltsstoffe setzen, nutzen andere Hersteller künstliche Zusatzstoffe, um dem tierischen Original möglichst nahzukommen. Das ist vielleicht gar nicht notwendig. Denn eines haben alle Pflanzendrinks der Milch aus der Kuh voraus: eine ständig wachsende Geschmacksvielfalt. In Schweden, dem Land der Oatly-Pioniere, ist gerade erst ein Milchersatz aus Kartoffeln auf den Markt gekommen – wir bleiben dran!

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