Pflaumen-Sorten, Einkauf, Lagerung


Gibt es ihn – den Unterschied zwischen Zwetschgen und Pflaumen? Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die beiden Begriffe häufig synonym verwendet. Beide Früchte sind miteinander verwandt, aber nicht identisch. Wir verraten, was den feinen Unterschied ausmacht, welche Früchte sich außerdem Pflaumen nennen dürfen und worauf Sie bei der Auswahl der Früchte achten müssen.
Zwetschgen
© Ulrike Holsten

Hinter dem Oberbegriff Pflaumen verbergen sich mehrere Steinfruchtarten, die sich in verschiedenen Eigenschaften wie z. B. Saftgehalt und Reifezeit unterscheiden. Dazu gehören die Zwetschge ebenso wie die Mirabelle, Reneklode sowie Pflaumen im engeren Sinne, also hauptsächlich Rund- und Eierpflaumen. Eine Unterscheidung von Pflaumen und Zwetschgen ist vielfach nicht möglich, da viele Kreuzungsprodukte auf dem Markt sind.

Pflaumen im engeren Sinne sind rundlich bis oval mit runden Enden und einer ausgeprägten Bauchnaht. Ihre Farben reichen von Blau-Violett, über Rot bis hin zu Gelb oder Grün. Das meist gelbe Fruchtfleisch ist von einer etwas weichen und saftigen Konsistenz. Die süßen Früchte sind nicht immer steinlösend, d. h. ihr Fruchtfleisch löst sich häufig nur schwer vom Stein ab. Als Belegfrüchte für einen Blechkuchen oder auch zur Konservierung sind sie daher weniger geeignet. Bei Zwetschgen handelt es sich um eine längliche Pflaumenart mit Spitzen Enden. Die meist blau-violetten Früchte besitzen ein goldgelbes Fruchtfleisch und sind steinlösend. Sie sind daher nicht nur als Mus, sondern auch als Frischfrucht und Kuchenbelag sehr beliebt.

Tipps zum Einkauf

Pflaumenmus
© Matthias Haupt

Weltweit gibt es mehr als 2000 verschiedene Pflaumensorten, von denen hauptsächlich die blauen Sorten verkauft werden. Wurmstichige Ware ist aufgrund der gültigen Qualitätsnormen ausgeschlossen. Bei Pflaumen der Extra-Klasse muss der Stiel vorhanden sein. Achten Sie darauf, dass die Früchte ausgereift (weich) sind, da sie nur dann das volle Aroma haben.

Pflaumen heiß und kalt waschen

Für die Zubereitung die Früchte heiß und kalt waschen. Die Kerne niemals mitessen, da sie im Körper geringe Mengen giftiger Blausäure freisetzen. Je nach Sorte halten sich die Früchte für zwei bis drei Tage, maximal für eine Woche im Kühlschrank. Bereits entkernt lassen sie sich sehr gut einfrieren und sind so bis zu einem Jahr haltbar. Das einheimische Angebot reicht von etwa Mitte Juli bis Mitte Oktober.

Pflaumen und Gesundheit

Den Pflaumenarten gemeinsam ist ihr Gehalt an fast allen B-Vitaminen: Sie sind unentbehrlich für unseren Stoffwechsel und stärken gemeinsam die Widerstandsfähigkeit bei Stress. Die meisten B-Vitamine sind jedoch hitzelabil und laugen aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit schnell aus. Frisch und unverarbeitet verzehrt, ist der Gehalt an Vitaminen daher am höchsten. Pflaumengenuss in großen Mengen regt die Darmtätigkeit an und hat so eine leicht abführende Wirkung.

Die etwas anderen Pflaumen

Mirabellen und Renekloden unterscheiden sich optisch von den anderen Mitgliedern der Pflaumenfamilie. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten: Die meist kleinen, kugelrunden orangegelben Früchte der Mirabellen sind sehr süß und haben ein gutes Aroma. Ihr Fruchtfleisch ist fest und grünlichgelb bis orangegelb. Die Steine lösen sich sehr gut, sodass sie neben ihrer Verwendung als Frischfrucht auch als Kompottfrucht geschätzt sind. Die besonders aromatische Sorte „Mirabelle von Nancy“ eignet sich hierfür besonders gut.

Mirabellen richtig vorbereiten

Verarbeiten Sie die Mirabellen möglichst zügig, da sie rasch verderben. In Folienbeuteln verpackt, sind die Früchte im Kühlschrank bis maximal drei Tage haltbar. Tiefgekühlt können Mirabellen bis zu einem Jahr gelagert werden. Wie alle Pflaumenarten haben auch Mirabellen einen hohen Gehalt an B-Vitaminen. Daneben enthalten sie noch relativ viel Vitamin C. Sie besitzen einen hohen Fruchtzuckergehalt und enthalten wenig Säure. Das einheimische Angebot reicht auch hier von Mitte Juli bis Mitte Oktober.

Renekloden - Einmachen im Hochsommer

Renekloden sind mittelgroße bis große, grün-, gelb- oder rotschalige, mehr oder weniger aromatische Früchte. Ihr Fruchtfleisch ist fest und grünlich-weiß, der Stein löst sich von diesem oft nur schlecht. Wie Mirabellen sind auch Renekloden leicht verderblich und sollten möglichst rasch verarbeitet werden. Die Sorte „Große Grüne Reneklode“ eignet sich hervorragend zum Einkochen. Der bekannte Branntwein „Prunelle“ wird ebenfalls aus Renekloden hergestellt. Im Bezug auf ihre Inhaltsstoffe zeichnen sich die Früchte gegenüber den anderen Pflaumenarten durch einen höheren Eisengehalt aus. Renekloden haben den kürzesten Erntezeitpunkt aller Pflaumenarten – von Juli bis August.