Yacón-Wurzel: Die Power-Knolle aus Südamerika

Die Yacón-Wurzel erfreut sich aufgrund ihrer prebiotischen und gesunden Eigenschaften immer größerer Beliebtheit. Produkte wie der Yacón-Sirup oder -Pulver erreichen langsam auch den deutschen Markt. Mehr über die Herkunft, Verwendung, gesundheitliche Aspekte, Ideen für Yacón-Rezepte und den Anbau der Superfood-Knolle erfahren Sie hier.

Inhaltsverzeichnis

Wo kommt die Yacón-Wurzel her?

Wurzelknollen der Yacón-Pflanze
Die Wurzelknollen der Yacón schmecken knackig-frisch
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Die Yacón-Pflanze stammt aus Südamerika, wo sie im Hochland der Anden seit mehreren Jahrhunderten angebaut und als Heil- und Nutzpflanze verwendet wird. Da die Pflanze sehr anpassungsfähig ist, wird sie mittlerweile auch außerhalb Südamerikas, etwa in China, Australien, den USA, aber auch in Österreich und in Deutschland kultiviert.

Eigenschaften & Verwendung

Das Essbare an der Pflanze ist vor allem die Wurzelknolle, die einen angenehm süßlichen Geschmack bietet. Die Knolle ist knackig-frisch und nicht mehlig, wodurch sie auch gut roh gegessen werden kann. Die Wurzel wird auch als „unter der Erde wachsendes Obst“ bezeichnet. Vergleichbar ist der Geschmack mit Honigmelone oder Birne. Roh wird sie in ihren Herkunftsländern gerne in Obstsalaten verwendet. Gekocht, gebraten oder gebacken findet die Wurzel aber auch in herzhaften Gerichten wie Suppen, Pfannengerichten, Eintöpfen oder Aufläufen ihren Platz. Das Fruchtfleisch behält hierbei seine weiche Konsistenz, ohne zu zerfallen. Yacón-Rezepte können vielseitig sein, die Knolle ist ein Allrounder und kann in jeglichen Gerichten, ähnlich der Kartoffel oder Süßkartoffel, eingesetzt werden.

Yacón-Rezepte

Für eine leckere Yacón-Kokossuppe schälen Sie etwa 400 g Yacón-Wurzel und schneiden diese in grobe Würfel. Schälen und würfeln Sie außerdem eine Zwiebel, eine Knoblauchzehe sowie ein etwa daumengroßes Stück Ingwer und braten alles zusammen in etwas Öl scharf an. Geben Sie 1 TL Currypulver hinzu. Löschen Sie das Gemüse mit etwa 400 ml Gemüsebrühe ab und lassen es köcheln, bis es weich ist. Anschließend mit einem Pürierstab zerkleinern und 400 ml Kokosmilch hinzufügen.

Zum Nachtisch bietet sich ein Obstsalat mit Yacón an. Hierzu eine Yacón-Knolle fein würfeln und direkt mit etwas Zitronensaft beträufeln, damit sie ihre Farbe behält. Nach Belieben weiteres Obst wie Bananen, Mango, Kiwi oder Weintrauben würfeln und alles vermengen. Anschließend kann noch etwas Vanillezucker hinzugegeben werden.

Yacón als Zuckerersatz

Durch ihre natürliche Süße wird die Wurzel auch zu Sirup und Pulver verarbeitet. Yacón-Sirup kann wie Agavendicksaft verwendet werden und so als Zuckerersatz dienen. In Desserts, Getränken, oder Müslis spendet er so eine angenehme Süße.

Gesundheitliche Aspekte

Die Wurzel besteht hauptsächlich aus Wasser und Kohlenhydraten. Anders als bei Kartoffeln handelt es sich hierbei aber nicht um Stärke, sondern um unverdauliche Zucker. Diese Fruktane, wie Inulin und Fruktooligosaccharide, können vom Darm nicht gespalten werden und dienen als Ballaststoffe. Sie wirken prebiotisch, regen das Wachstum nützlicher Darmbakterien an und fördern hierbei eine gesunde Darmflora, welche wichtig für Immunsystem und andere Stoffwechselvorgänge ist.

Anders als bei Agavendicksaft oder Kokosblütenzucker sind wenig Einfachzucker wie Glucose und Fructose enthalten. Dadurch tritt nach Verzehr keine schnelle Erhöhung des Blutzuckerspiegels auf. Die Wurzel weist einen niedrigen glykämischen Index auf, enthält sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe mit antioxidativer Wirkung, Vitamin C, Kalium und etwa zwei Drittel weniger Kalorien als Zucker.

Anbau & Botanik

Yacón, oder auch „Smallanthus sonchifolius“, ist eine noch recht exotische Pflanze und die Verfügbarkeit in deutschen Supermärkten bisweilen schwierig. Da sie allerdings keine großen Standortansprüche hat, kann die Yacón mittlerweile in vielen Gebieten und Ländern, auch bei uns, angebaut werden. Die Frucht selber kann nicht eingepflanzt werden, da die Pflanze zweierlei Knollen ausbildet. Zum einen die essbare Knolle, die als Speicherorgan und zum anderen das Rhizom, welches allein zur Vermehrung dient. Rhizome oder bereits vorgezogene Pflänzchen kann man bei ausgewählten Online-Shops erhalten.

Yacón-Pflanze mit gelben Blüten
Die Yacón-Pflanze wird etwa zwei Meter groß
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Normalerweise sind die Pflanzen mehrjährige Stauden, in unseren Breiten jedoch einjährig, da sie sehr frostempfindlich sind. Deshalb sollte man mit dem Einpflanzen bis nach den Eisheiligen warten und sie an einen sonnigen Standort pflanzen. Die Pflanze hat keine hohen Ansprüche an Boden oder Nährstoffe. Es ist allerdings zu empfehlen, sie an einen windgeschützten Standort zu pflanzen, da das krautige Gewächs etwa zwei Meter hoch werden kann. Je nach Klima ist die Erntezeit der Wurzeln Mitte Oktober bis Mitte November. Es gibt viele verschiedene Yacón-Sorten, die sich in Farbe, Form und Süße der Wurzel unterscheiden können. Die Farben variieren von Sorte zu Sorte von fast weiß, zu hellbraun, über lila zu dunkelrot. Arten, die in Deutschland anbaubar sind, sind beispielsweise die „Bekya“, „Morado“ oder „Cajamarca“.   

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