Sprache der Wein-Etiketten

Sie gehören zum Outfit, transportieren das Image und wollen Kunden werben: die Aufkleber auf den Weinflaschen. Aber sie sollen auch informieren über den Wein, seine Herkunft, ob er süß oder herb ist. Hier ein Überblick über die wichtigsten Begriffe auf den Etiketten.
Wein Paket

Etiketten geben Auskunft über Herkunft, Rebsorte und vieles mehr.

Trocken bzw. Halbtrocken: Die meisten Weine in Deutschland sind trocken, d.h. sie enthalten bis zu vier Gramm unvergorenen Fruchtzucker (Restzucker) pro Liter, oder halbtrocken (bis zu 18 Gramm Restzucker). Trocken ist zwar in, aber insbesondere zu asiatischen Gerichten eignet sich auch ein halbtrockener Wein sehr gut.

Alkohol: Auch als Nicht-Abstinzenzler sollten Sie auf den Alkoholgehalt achten. Denn Weine mit hohen Vol.-%-Werten machen nicht nur schneller betrunken, sie schmecken auch wesentlich kräftiger. Wenn Sie ein feines Essen auf den Tisch bringen, nehmen Sie einen leichten, eleganten Wein dazu, sonst besteht die Gefahr, dass der dezente Geschmack der Speisen vom Wein erschlagen wird. Das gilt für Weiß- und Rotwein.

Anbaugebiet: Auch wenn es über Hamburgs Hafen einen kleinen Weinberg gibt: Die deutschen Weinbaugebiete liegen grob gesprochen südlich einer Linie Köln-Halle und orientieren sich an den Flüssen von Bedeutung. Bundesländergrenzen interessieren sie nicht: Saale-Unstrut, Sachsen, Ahr, Mosel, Mittelrhein, Rheingau, Nahe, Rheinhessen, Hessische Bergstraße, Franken, Württemberg, Baden und Pfalz.

Lagen: Einsteiger und viele, die nicht in einem Anbaugebiet groß geworden sind, können wenig damit anfangen. Aber Traditionswinzer sind stolz auf ihre Weinberge in klingenden Lagen. Schön und gut, aber lassen Sie sich nicht von einem Ruppertsberger Linsenbusch verwirren – entscheidend sind Rebsorte und Weingut.

Jahrgang: In welchem Sommer die Trauben gereift sind, ist wichtig für den Geschmack, denn das Wetter entscheidet über den Zustand der Trauben. Experten wissen, wo es lang geht: Sie lagern zum Beispiel Bordeaux aus 2000 und 2005 ein. Alle anderen tragen entweder Tabellen bei sich oder freuen sich an dem Jahr für Jahr neuen Geschmack.

Weingut: Nach einem guten Schluck merken Sie sich am besten den Namen des Weinguts. Es gilt das Motto: Wer bei einem Tropfen Qualität erzeugt, macht bei einem anderen keinen Schrott. Aber halten Sie auch die Augen nach Winzergenossenschaften offen. In den vergangenen Jahren hat es sowohl in Deutschland als auch in anderen europäischen Ländern von dieser Seite eine echte Qualitätsoffensive gegeben.

Gut zu wissen: Vorsicht bei deutschen Etiketten. Hinter den skurrilsten Bezeichnungen verbergen sich oft berühmte Tropfen. Auch wenn die Namen es nicht vermuten lassen, in Weinbergen der folgenden Lagen wachsen teuerste Weine: Piesporter Goldtröpfchen, Kröver Nacktarsch, Enkircher Batterieberg und Bernkastler Doctor.

Ausländische Etiketten

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Gerade bei ausländischen Weinen führt die Aufschrift oft zur Verwirrung.

In Frankreich verrät das Etikett neben Jahrgang und Namen der Produzenten auch, wo der Wein abgefüllt ist. „Mis en bouteille au Château“ ist dabei ein Qualitätsmerkmal. Wer wissen will, welche Rebsorte sich im Wein finden muss, braucht ein Buch: Im Bordeaux sind mindestens Cabernet Sauvignon und Merlot; der Weiße enthält immer Sauvignon Blanc und Semillon, eventuell auch Muscadelle.

Der Begriff Appellation Contrôlée ist das Herzstück der französischen Idee von Qualität. Weine mit diesem Aufdruck stammen aus einem der ca. 400 festgelegten Gebiete und können nur aus dafür bestimmten Rebsorten gekeltert sein. Und die Trauben dürfen nur in einer klar begrenzten Menge geerntet werden.

Die Italiener haben theoretisch ein ähnliches System. Welche Rebsorten in welchem Gebiet wachsen und wie dann die Mischung auszusehen hat, ist gesetzlich festgelegt. Italienische Etiketten bestechen jedoch eher durch gutes Aussehen. Die meisten sind bestechend im Erscheinungsbild, lassen den Trinker aber oft darüber im Unklaren, wo die Trauben gewachsen sind.

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