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Ökologisch hergestellte Weine


Ob ein Wein bio ist oder nicht, entscheidet sich im Weinberg. Deshalb sind Ökoweine auch gut für die Umwelt.
Weinberg mit lila Trauben
© Mika Baumeister / Unsplash

Biowein liegt im Trend. Das ist gut so, denn die Ökos unter den Winzern haben sich dem Umweltschutz verpflichtet. Bioweine müssen deshalb aber nicht per se besser sein. Neben ausgezeichneten Biowinzern gibt es auch Ökoweine, denen das gewisse Etwas fehlt. Ganz abgesehen von den Nicht-Biowinzern, die ebenfalls Top-Qualität produzieren. Hinzu kommen Winzer, die schon so lange ökologisch arbeiten, dass sie es langweilig finden, es auf das Etikett zu schreiben – Pech für den Käufer.

Ökosystem Weinberg

Biowinzer setzen auf die natürliche Selbstregulierung im Weinberg. Sie bearbeiten Böden und Rebstöcke deshalb ohne Unkraut- oder Insektenvernichtungsmittel. Um Pflanzenkrankheiten vorzubeugen und zu bekämpfen, nutzen sie natürliche Mittel. So lassen sie zum Beispiel Pflanzen zwischen den Reben stehen. Diese locken Nützlinge an, die sich wiederum von Schädlingen ernähren.

Manche Winzer kochen spezielle Kräutertees, um ihre Pflanzen zu stärken. Sie sollen große Hitze und Wasserknappheit aushalten. Oder in Regenjahren Pilzkrankheiten und Fäule aus eigener Kraft abwehren. Nur weil der Winzer mit der Spritze im Weinberg steht, ist er also noch lange kein Umweltsünder. Erlaubt sind zum Beispiel Schwefel und Kupfer. Schwefel hilft gegen Mehltau. Kupfer fördert gesundes Rebwachstum.

Streitpunkt Schwefel

Die Kellerarbeit, also die Herstellung von Wein aus Trauben, funktioniert, verknappt dargestellt, so: Die Trauben werden gemaischt. Hefen bringen die helle (Weißwein) oder dunkle (Rotwein) „Brühe“ zur Gärung. Der Zucker wird in Alkohol umgewandelt. Beim Rotwein bleiben die Schalen länger in der Maische, um möglichst viel Farbe an den Wein abzugeben.

Im Keller ist Hygiene für Biowinzer besonders wichtig. Denn sie wollen möglichst auf Chemie verzichten und trotzdem schädliche Bakterien im Zaum halten. In der EU darf – bio oder nicht bio – Wein auch während der Herstellung geschwefelt werden. Biowein ist also Wein von Trauben aus ökologischem Anbau. Mehr nicht. In den USA und in Australien gibt es außerdem explizit ökologisch produzierten Wein (organic wine), der ohne Schwefeldioxid hergestellt wird. Bei der Abfüllung kommt allerdings fast immer Schwefel zum Einsatz, da der Wein sonst leicht „umkippt“ und wie alter Sherry schmecken kann.

Dennoch lässt sich übergreifend sagen: Winzer, die sich den strengen Auflagen des Ökoweinbaus stellen, werden ihre Mühen nicht mutwillig untergraben. Sie arbeiten mit geringsten Dosen Schwefel, damit der Wein den Kunden in bester Qualität erreicht.

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