Geschmackvoll: das Weinland Frankreich

Bodegas Langa in Spanien
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„Trinken wie Gott in Frankreich“ – so oder ähnlich könnte man den Lebensstil von Feinschmeckern und Liebhabern des französischen Weins beschreiben. Die französische Lebensart ist untrennbar mit den zeitlosen Weinklassikern der französischen Weingegenden verbunden. International haben die französischen Spitzenweine aus Bordeaux, dem Burgund sowie exklusive Spezialitäten wie der berühmte Champagner einen herausragenden Ruf. Wir stellen die vier Qualitätskategorien und ausgewählte Weinbaugebiete Frankreichs vor.

Die französischen Qualitätskategorien für Wein

Frankreich ist Spitzenreiter unter den Wein produzierenden Ländern. Weine der Châteaux Mouton-Rotschildt, Lafite und Latour, allesamt aus dem Weinbaugebiet Bordeaux, gehören zu den teuersten Weinen der Welt. Doch Frankreich verfügt über eine große Bandbreite unterschiedlicher Weinqualitäten und Preisklassen.

Die Qualitäten reichen von einfachen französischen Tafelweinen (Vins de table) über die französischen Landweine (Vins de pays), Weine mit einem soliden Preis-Leistungsverhältnis und klaren Herstellungsvorschriften, bis zu den höheren Qualitätsklassen VDQS und AOC. Weine mit der Bezeichnung AOC (Appellation d´Origine Contrôlée) gehören zur höchsten Qualitätsklasse der französischen Weine. Das Prädikat AOC wird nur an Weine aus einem bestimmten geografischen Gebiet mit besonderen Anforderungen an die verwendeten Rebsorten und festgelegten Herstellungsverfahren verliehen. VDQS-Weine (Vin Délimité de Qualité Superieure) sind Weine höherer Qualität aus begrenzten Anbaugebieten, die auf dem Sprung zur Bezeichnung AOC sind, diese aber noch nicht ganz erreicht haben.

Ausgewählte Anbaugebiete Frankreichs

Aus der Vielzahl der hervorragenden Weinbaugebiete Frankreichs stellen wir drei besonders berühmte Regionen vor: Bordeaux im Südwesten Frankreichs, Burgund, die Heimat exquisiter Chardonnays und Pinot Noirs und die Champagne, Heimat des wohl berühmtesten Schaumweins der Welt.

Bordeaux

Wein und Lamm in Pauillac
© Jordi Muray

Das Weinbaugebiet Bordeaux ist das bekannteste Anbaugebiet Frankreichs. In Südfrankreich am Atlantik gelegen, herrscht im Bordeaux ein südländisches Flair und ein warmes, mildes Klima. Die heißen Sommer und der warme Spätherbst bieten ideale Bedingungen für den Anbau exquisiter Rotweine. Während in den typischen Châteaux der Region Médoc, südlich des Flusses Gironde, hauptsächlich die Rebsorte Cabernet Sauvignon angebaut wird, kommen aus den Gebieten St. Emilion und Pomerol, nördlich der Gironde, überwiegend Weine der Rebsorte Merlot.

Alle Bordeaux-Weine sind Cuvées, also Mischungen verschiedener Rebsorten. Bei den Rotweinen sind dies Mischungen aus Cabernet Sauvignon und Merlot, teilweise auch Cabernet Franc, Petit Verdot und Malbec, bei den Weißweinen sind dies Sauvignon Blanc und Sémillon. Durch die Mischung der verschiedenen Rebsorten – mal cabernet-sauvignon-betont, mal merlot-betont – erhält der Wein ein besonders ausgewogenes Verhältnis von Süße und Säure, sowie gut ausbalancierte Aromen. Den besonderen Charakter erhalten die Bordeaux-Weine jedoch nicht nur durch ihre Cuvée, sondern insbesondere auch durch ihr ganz eigenes Terroir, also dem Mix aus Lage, Bodentyp und Mikroklima des jeweiligen Weinbergs.

Burgund

Geschmackvoll: das Weinland Frankreich
© Deutsches Weininstitut (DWI)

Das Burgund, auf französisch „Bourgogne“, ist ein großes Weinbaugebiet im Osten Frankreichs und reicht vom nördlichen Chablis über die Côte d´Or, südlich von Dijon, bis zum Beaujolais im Süden der Region. Die bedeutendsten Rebsorten des Burgunds sind Pinot Noir und Chardonnay. In Chablis werden überwiegend sehr feine Weißweine aus der Chardonnay-Traube hergestellt. Die Côte d´Or, ein schmaler sonnenverwöhnter Landstrich, teilt sich nochmals in die Côte de Nuits und die Côte de Beaune auf. Die Côte de Nuits ist die Heimat besonders edler Rotweine aus der Pinot-Noir-Traube. Die berühmtesten kommen von den Weingütern Clos de Vougeot, Musigny und Gevrey Chambertin. Auch an der Côte de Beaune werden hochwertige Pinot Noirs hergestellt, jedoch auch edle Weißweine aus der Chardonnay-Traube wie der berühmte Montrachet. Der bekannteste Wein aus dem südlichen Burgund ist ohne Zweifel der Beaujolais Primeur, der jedes Jahr Mitte November auf den Markt kommt. Doch neben diesem jungen, unkomplizierten Wein gibt es auch alterungsfähige Beaujolais-Weine, beispielsweise aus der Gamay-Traube.

Champagne

Champagnerflasche Moet
Moët Chamapgner
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Südöstlich von Paris, rund um die Städte Reims und Epernay, liegt die Heimat des berühmtesten Schaumweins der Welt: die Champagne. Champagner wird als das festlichste Getränk der Welt empfunden und besonders zu feierlichen Anlässen wie Hochzeiten, Jubiläen oder Schiffstaufen serviert. Die wichtigsten Trauben für die Champagnerherstellung sind Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay. Die Trauben müssen im streng festgelegten AOC-Gebiet erzeugt werden, damit sich ein Schaumwein mit der Bezeichnung Champagner schmücken darf. Die Herstellung des Champagners erfolgt durch Flaschengärung, die sogenannte „Méthode champenoise“.

Champagner wird von der Piccolo- bis zur Nebukadnezar-Flasche in vielen Flaschengrößen angeboten. Die biblischen Bezeichnungen für die Großgebinde genießen dabei einen exklusiven Kultstatus und sind sehr selten:

  • 0,2 Liter: Piccolo
  • 0,375 Liter: Demi
  • 0,75 Liter: Imperial
  • 1,5 Liter: Magnum
  • 3 Liter: Jeroboam (Doppelmagnum)
  • 4,5 Liter: Rehoboam
  • 6 Liter: Methusalem
  • 9 Liter: Salmanazar
  • 12 Liter: Balthazar
  • 15 Liter: Nebukadnezar

Weine aus aller Welt